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Standortmarketing können jedoch auch ein einzelne Unternehmen und gerade auch kleine und mittlere (KMU) betreiben: Nämlich dann, wenn es den eigenen Standort als Teil seines Markenimages kommuniziert. Beispiel: Unternehmen, die heute noch (großteils) in Deutschland produzieren, könnten diesen Aspekt für ihr Marketing nutzen, denn immer mehr Verbraucher und auch Firmenvertreter sind sich bewußt, daß einheimische und regionale Produktion auch einheimische und regionale Arbeitsplätze sichern.
Weniger gängig - obschon präziser - ist für diese Art des Standortmarketing eigentlich der Begriff des Herkunftsmarketing. In Praxis findet dieser jedoch fast ausschließlich in der Lebensmittelbranche Verwendung. In der wissenschaftlichen Literatur werden ferner die Begriffe "country-of-origin" oder "region-of-origin"-Marketing manchmal genutzt.
Weit bekannter dürfte der Begriff "Made-in-Germany" als ein Musterbeispiel sein. Made in Germany (Engl. für Hergestellt in Deutschland) ist ein Siegel, das auf vielen Produkten aus Deutschland deren Herkunft angibt. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurde Made in Germany auf vielen Waren bzw. deren Verpackung angebracht. Die Bedeutung dieser Herkunftsbezeichnung - gerade auch für das Marketing - ist immer wieder Thema von Umfragen und Studien, so z.B. hier: Made-in-Germany-Umfrage.de.
Eine Einhaltung von Voraussetzungen für die Nutzung einer "Made in Germany"-Angabe wird von keiner zentralen Stelle kontrolliert, stattdessen grenzen diverse Gerichtsurteile den Begriff ab. So entschied 1995 das Oberlandesgericht Stuttgart, dass Made in Germany gegen das Wettbewerbsrecht verstößt, wenn der größte Teil des Produkts nicht aus deutschen Rohstoffen besteht oder nicht aus deutscher Fertigung kommt.(vgl. wikipedia.org). Die Vielzahl zur Definition anzuwendender Regeln wird recht übersichtlich in einem Artikel der IHK Region Stuttgart dargestellt.
Letztlich muss die Frage Made in Germany bei Streitigkeiten aber in jedem Einzelfall entschieden werden. Wie man diversen Quellen entnehmen kann, orientieren sich die Gerichte dabei im Zweifelsfall an der Frage, ob die wesentlichen Teile des Produkts in Deutschland gefertigt sind. Konkret heißt dies: Nicht jedes Schräubchen muss bei einem deutschen Gesamtprodukt aus Deutschland stammen.
Insgesamt kann der positive Effekt einer argumentativen Werbung mit dem Kriterium einer Produktion vor Ort (Made-in-Germany) heute jedoch als gesichert gelten. Dies belegt etwa in einer jüngeren Forschungarbeit Leitow (2005) unter dem Titel "Produktherkunft und Preis als Einflussfaktoren auf die Kaufentscheidung".
In der Praxis ist der Trikotwarenhersteller Trigema mit seiner prononierten Betonung der lokalen Produktion eines der bekanntesten "Marketing-Beispiele" in diesem Spektrum. Immerhin zeigt dieser Hersteller, daß es entgegen dem Trend einer ganzen Branche möglich ist, gewinnbringend und erfolgreich hierzulande Textilien zu produzieren.
Eine möglichst weitverbreitete Nutzung des Herkunftsmarketing für "Made-in-Germany" - etwa in Form der Nutzung einschlägiger Suchkatalogen und Firmenverzeichnisse - schlägt sich indirekt natürlich auch positiv auf die Außenwahrnehmung des Standort Deutschland nieder.
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